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Leonce und Lena und die anderen (Spielzeit 2012/2013)


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Zum Stück:

Im Mittelpunkt des Stückes steht Prinz Leonce aus dem Reiche Popo, der sich - unterstützt von seinem Freund Valerio, mit großer Leidenschaft dem Nichtstun hingibt. Sein Vater, König Peter, ist vom vielen schlechten Regieren völlig konfus und will die Amtgeschäfte niederlegen - Leonce soll der neue Herrscher sein und vorher noch standesgemäß heiraten, und zwar die ihm unbekannte Prinzessin Lena aus dem Reiche Pipi. Diese hat an der Hochzeit genau so wenig Interesse wie Leonce und flieht mit ihrer Gouvernante nach Italien, "nach Süden".

Es kommt, wie es kommen muss: Die aus ihrem bisherigen Leben Fliehenden treffen sich - unerkannt - zufällig unterwegs, verlieben sich ineinander und beschließen heimlich zu heiraten.

Die ganze Geschichte gipfelt in dem Hochzeitfest am Hofe, wo statt der Abwesenden zwei "weltberühmte Automaten" heiraten sollen, hinter denen sich aber niemand anderes verbirgt als Leonce und Lena. Erst als die Masken fallen, erkennen Leonce und Lena, dass sie ihrem vorgezeichneten Weg trotz aller Widerstände nicht entfliehen konnten.

Büchners Stück ist - je wie man es liest - eine ironische, verspielte, radikale oder einfach nur alberne Satire auf Lustspiele, auf klassische Theateraufführungen, auf den deutschen Absolutismus - oder auf die Liebe und das Leben ganz allgemein. Es ist zugleich eine bittere Parabel über die Unfreiheit des Menschen.

Unsere Theater-AG aber belässt es nicht bei dem Büchner-Stück, sondern aktualisiert es: Sechs moderne Jugendliche greifen sich die Handlung an, greifen ein, kommentieren sie und versuchen sie in ihrem Interesse umzudeuten. Dies sind "die anderen". Sie alle sind auf einem metaphorischen Weg "nach Süden", also auf der Suche nach einem neuen, freien, besseren Leben.

Es finden sich also genügend Themen, die uns heute noch betreffen. So zeigt Büchners Lustspiel von 1836 auch heute noch seine Modernität und seine Bedeutung für junge Menschen.