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Fortuna (Spielzeit 2007/2008)


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Foto: Riegels-Winsauer
Im laufenden Schuljahr 2007-08 hat die Theater-AG das Stück die Theater-AG "Fortuna"des französischen Autors François Bassompierre als deutsche ERSTAUFFÜHRUNG gespielt.

In diesem Jahr mussten wir nicht nur ein neues Stück suchen, sondern zusätzlich und vorrangig auch eine neue Spielstätte, denn unser geliebtes Foyer U3, in dem wir seit 1995 insgesamt 13 Mal gespielt haben, wird umgebaut zum KU3, zum "Kulturzentrum Unter den Linden". Durch einen befreundeten Kollegen hörten wir von dem Stück "Fortuna", das ein französischer Lehrer namens François Bassompierre für seine Theatergruppe verfasst hat und von dem eine deutsche Fassung vorliegt, übersetzt von einer Kollegin. Allerdings stellte sich heraus, dass diese Übersetzung mehr ein Rohentwurf als ein fertiges Stück war. Wir haben an diese Übersetzung kräftig Hand angelegt. Zahlreiche Szenen wurden neu gestaltet, einige gestrichen, andere ganz neu geschrieben. Dennoch: Es handelt sich bei "Fortuna" um eine echte deutsche Erstaufführung, denn dieses Stück ist auf Deutsch nie zuvor gespielt worden. "Fortuna" spielt an einem ungewöhnlichen Ort: auf einer Müllkippe. Nicht auf einer Kippe in Asien oder oder in Südamerika, sondern hier bei uns, mitten in Europa.
Offiziell heißt die Kippe "Fortuna", aber der Name ist purer Hohn, denn auf dieser Kippe leben Menschen: Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene. Sie leben mit dem Müll, im Müll und vom Müll. Sie haben sich in zwei rivalisierenden Gruppen zusammengeschlossen, den Plastos und den Metallos, und sie bekämpfen sich nicht nur verbal. Sehr spät erst merken sie, dass der wahre Gegner nicht die jeweils andere Gruppe ist, sondern dass ihre ganze Existenz auf dem Spiel steht. Aber so schnell geben sie nicht auf: "Wir kämpfen für dieses beschissenste Stück Erde, das es gibt. Für diesen widerwärtigen Platz. Das ist pervers, das ist zynisch. Aber es ist die Wahrheit. Wir kämpfen für diese Scheiße. Denn diese Scheiße ist unser Zuhause." Es wird schnell deutlich: Man ist - auch sprachlich - nicht zimperlich. Trotz des ernsten Themas geht es im Stück munter zu: Immer wieder gibt es witzige Einlagen, mal einen Rap, mal großes Theater, mal politisches Kabarett. Auch formal ist das Stück sehr abwechslungsreich: dynamische Massenszenen finden sich genauso wie sehr persönliche Monologe oder diskursive Dialoge.