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Die Komödie der Eitelkeit (Spielzeit 2002/2003)


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Die "Komödie der Eitelkeit" von Elias Canetti
(Drama in drei Teilen; Uraufführung 6. 2. 1965 Braunschweig)

In der "Komödie der Eitelkeit" (die keine Komödie im Wortsinne ist!) beschäftigt sich Elias Canetti mit seinem Lebensthema: Wie verhält sich der Mensch, wie verhält sich die Masse unter dem Druck eines Regimes, das einen absoluten Anspruch besitzt und Grundfreiheiten beschneidet. So gesehen handelt es sich bei dem Stück im Grunde um eine Verhaltensstudie. Wie unter Laborbedingungen betrachtet Canetti die Reaktionen der Menschen auf eine bizarre Entscheidung des Staates: Durch Gesetz sind alle Requisiten der Eitelkeit, alle Spiegel und Fotos, Bilder und Gläser verboten und zerstört. Die Menschen haben ihr Konterfei verloren, haben keine Möglichkeit mehr, sich selbst in ihrem Aussehen zu erfahren. Damit sind die Menschen nicht nur sich selbst, sondern auch der Mitwelt unzugänglich. Die Gesellschaft entdeckt Marktlücken, entwickelt Ersatzlösungen, um doch noch die verpönte Selbstbestätigung zu erlangen. Da gibt es den professionellen Schmeichler, der gegen Bezahlung jeden mit Lob überschüttet, den Hausierer, der kleine Spiegelscherben vermietet, womit sich die Menschen ein bisschen Selbstgenuss wie eine Droge verschaffen. Erpresser und Spitzel profitieren von dem Verbot auf ihre miese Art. Doch es regt sich auch Widerstand ...

Warum "Komödie der Eitelkeit"?
Wir setzten mit dem Stück Komödie der Eitelkeit unsere Tradition fort, nach einem eher lustigen Stück ein ernsthaftes folgen zu lassen. Denn bei der Komödie der Eitelkeit handelte es sich nicht, wie es sich aus dem Namen schließen lässt, um eine Komödie sondern um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Macht und Moral.